Ein Penny bringt Glück

Find a penny, pick it up, all day long you`ll have good luck.“ Diesen Spruch beherzigt man in den USA. Er besagt, einen Penny, den man von der Straße oder allgemein vom Boden aufhebt, beschert einem einen Tag lang eine Glückssträhne. Aber nur, wenn er mit der Kopfseite oben liegt. In den USA hat der bronzefarbene Glücksbringer sogar einen eigenen Ehrentag. Am 23. Mai feiern die Amerikaner den „Lucky Penny-Day.“

Den gefundenen Penny könnte man auch gleich für den nächsten Brauch nutzen und ihn in ein Auto werfen. Wozu? Da Amerika ja nicht nur das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sondern auch das der ewig langen Straßen ist, wie der einst legendären Route 66, dreht sich vieles um Autos – so auch in Sachen Glücksbringer. Wenn man einen neuen Wagen bekommt, werfen Freunde und Familie Münzen in den Fußraum. Außerdem sollen alte Autos besser fürs Karma sein als neue. Deswegen verpassen einige ihrem PS-Prachtstück mit einer Münze einen kleinen Kratzer, damit es als gebraucht durchgeht. Wenn man mit der Familie im Auto unterwegs ist und durch einen Tunnel muss, heißt es für alle: Einen Finger nach oben strecken und die Luft anhalten, bis man durch ist.

Wer dann noch ein paar Pennys übrig hat, kann diese gerne unterm Bett im neuen Haus platzieren, weil einem das die bösen Geister fort hält. Oder einen in den Schuh stecken, denn da gäbe es ja noch den Reim: „Something old, something new, something borrowed, something blue, and a penny in your shoe.“ Etwas Neues, etwas Geliehenes, etwas Blaues und einen Penny im Schuh – all das soll Glück in der Ehe bringen.

Glücksknochen zu Thanksgiving

Grillen gelten als Glücksbringer für die Ureinwohner, ihr Zirpen soll man aber auf keinen Fall nachmachen, das wäre respektlos. Dafür darf man an Thanksgiving ordentlich am Truthahn ziehen, dem Turkey. Oder besser gesagt am Wishbone, dem „Glücks“knochen. Der sitzt zwischen dem Nacken und der Brust und ist ein wenig wie eine Gabel mit zwei Spitzen geformt. Zwei Leute halten den Knochen in der Hand und sagen, was sie sich wünschen. Dann ziehen sie jeweils an ihrem Ende des Knochens, bis es knackt und er zerbricht. Wer das längere Stück in Händen hält, hat gewonnen. Dessen Wunsch soll in Erfüllung gehen.

In den USA gibt es noch einen Glücksbringer, der eher den Eindruck einer asiatischen Gottheit aufweist. Das sogenannte „Billiken“ hat die Form einer grotesken menschlichen Figur. Sie sitzt mit nach vorn gestreckten Füßen, hat ein verschmitztes Lächeln und spitz zulaufende Ohren. Eine amerikanische Kunstlehrerin ließ sich die Figur im Jahr 1908 patentieren, sie war ihr angeblich im Traum erschienen. Von diesen Glücksbringern wurden in den ersten Monaten der Produktion bereits 200 000 Stück verkauft. Es gibt sie inzwischen als Puppen, Marshmallows oder Salz- und Pfefferstreuer. Getoppt wurde dies noch durch einen Billiken-Song.

Birgit Hasselbusch

Foto: AdobeStock / Disterheft

Glücksbringer-Weltreise verpasst? 🍀✈

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